Lernen verliert seine Grenzen

Das virtuelle Klassenzimmer: Ein drahtloses Computernetz und Notebooks für Unnas Schülerinnen und Schüler. 20 Schulen - ein Campus. Unit21.de: Die Adresse für Bildung und Lernen.

Um genau zu sein: Unnas Schulen besitzen eine hochmoderne IT-Infrastruktur. Alle 20 Schulen der Stadt - ob kleine Grundschule oder großes Schulzentrum - sind eingebunden. Eine zentrales Management hält alle Einheiten auf dem neuesten Stand, ein drahtloses Computernetz macht die Nutzer mobil - das Schul- und Bildungssystem in der Hellwegstadt öffnet die Türen zu modernem Lernen. Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, über hochmoderne Notebooks zu verfügen. Stadt Unna, Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna sowie ihre Partner ermöglichen das mit einem gemeinschaftlichen Kraftakt und einer beispiellosen Investition. Informieren Sie sich darüber, wie Lernen plötzlich zeit- und grenzenlos werden kann - und dabei noch Spaß macht. Unter www.unit21.de finden Sie alles, was Sie über dieses Projekt wissen sollten.

WIE ALLES BEGANN | Geschichte & Stationen

EINE STADT INVESTIERT IN ZUKUNFTSORIENTIERTE BILDUNG
21 Schulen mit völlig unterschiedlichen Computerausstattungen, eine Vielzahl unterschiedlicher Medien und Programme, und zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die während ihrer kompletten Schullaufbahn niemals einen PC oder ein Notebook im Unterrichtseinsatz erlebten - bis 2001 war Unna in einer ähnlichen Situation wie viele Kommunen. Die Medienausstattung der Schulen hinkte aktuellen Anforderungen weit hinterher. 

LERNEN MIT NEUEN MEDIEN: UNMÖGLICH
Das Landesprogramm "Lernen mit neuen Medien" brachte zunächst auch wenig Änderungen: Noch bis 2002 wurden die Gelder - rund 110.000 Euro/Jahr - nach Schülerzahlen an die einzelnen Schulen verteilt. Die Stadt Unna suchte mit einem Medienentwicklungsplan nach einer Zukunftsstrategie. Das 2001/2002 erstellte und von der Politik beschlossene Werk hatte allerdings ein Ergebnis, das in Zeiten der Haushaltssicherung schon fast wieder ein Ende der Pläne bedeutet hätte: 3 Mio. Euro müsse Unna investieren, dazu noch 10 Administratoren einstellen, damit die Schulen zeitgemäßen Bildungsanforderungen entsprechen. Einen Ausweg zeigte das parallel erarbeitete Gutachten über die „IT-Strategie für die Stadtverwaltung Unna“. Es empfahl unter anderem eine Konzernsicht für die Datenverarbeitung zu verfolgen. IT-Entwicklungen, IT-Standardisierung sowie der IT-Betrieb sollten gemeinschaftlich bedacht und bewertet werden, um eine effiziente Lösung zu finden. Die Informationstechnologie sollte auch konzernweit unter der Federführung der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH (WBU) und deren Tochter Stadtwerke Unna GmbH gebündelt werden.
 

VOM COMPUTER-WILDWUCHS ZUM GEPLANTEN CAMPUS
Zur Vorbereitung des neuen Schulcampus führte die Verwaltung 21 Einzelgespräche mit allen Schulen. Ziel: Mit den kalkulierten Investitionen von drei Mio. Euro eine einheitliche Ausstattung zu erreichen, die möglichst flexibel für alle Inhalte ist.

Beteiligt an dem weiteren Konzept waren nicht nur Stadt Unna mit Schulverwaltung, Hochbauverwaltung und Marketing, die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH (WBU, alle Schulen, Eltern, die E-nitiative (Stiftung Partner für Schule NRW), die Fujitsu SIEMENS Computers GmbH, die Siemens Business Services, lokale Dienstleister und dann ein Projektbeirat aus allen Beteiligten.

 

 

VOM FEINKONZEPT ZUR UMSETZUNG
Aus den Gesprächen entstand der Auftrag für ein Feinkonzept für den Unnaer Campus, der dann von den WBU zusammen mit den privaten Partnern Sinitec, später Siemens-Business-Services und Fujitsu-Siemens umgesetzt wurde. Selbst der Weltkonzern eroberte dabei Neuland: Die Anforderungen von Schulen mit einem klaren Stundentakt, mit Gebäuden unterschiedlicher Baujahre und Baustandards waren eben andere als die in einem Wirtschaftsunternehmen. Jeweils dreißig Schüler-Notebooks gleichzeitig über Wireless Lan ins Netz zu verbinden, einen großen Campus mit 21 Schulen aus einem zentralen Rechenzentrum zu betreuen, noch aufwändiger. Selbst bei den Notebooks gab es Lehrstunden für den Hersteller: Dass für den Bürogebrauch ausgelegte Mobilcomputer im Unterrichts-Dauereinsatz ganz andere Belastungen erdulden müssen als im Office, zeigte sich in der Schulpraxis.


NACHFRAGE ÜBERSTIEG SOFORT DAS ANGEBOT
Ende 2003 präsentierte sich das Virtuelle Klassenzimmer für Unna mit einer großen Messe in der Stadthalle. Eltern, Lehrer und Schüler/innen informierten sich über den Campus, eine selten große Koalition aller Ratsfraktionen stellte sich hinter das Unnaer Pilotprojekt. In 2004 rollten die Notebook-Wagen in die weiterführenden Schulen. Und zwei Notebook-Klassen, die die Gesamtschule Königsborn als Vorreiterin angeboten hatte, waren überbucht: Mehr Eltern als vorher gedacht wollten ihr Kind mit einem privat finanzierten Notebook für den Unterricht ausstatten.
 

   

VON DER VISION ZUM ALLTAG
Nach fünf Jahren ist die Vision in Unna zur Realität geworden: Lehrer, die früher nie mit moderner Technik gearbeitet haben, nutzen inzwischen selbstverständlich das Notebook als Arbeitsmittel, Grundschüler sind regelmäßig online.  

Drei Schulen bieten inzwischen erfolgreich die Notebook-Klassen mit privat finanzierten Geräten an, weitere - selbst Grundschulen - folgen. Der Unnaer Campus gilt bundesweit als Vorzeigeprojekt. Seit 2007 wird die Infrastruktur im Schulcampus von einem neuen privaten Partner gemanagt. Die Firma Fujitsu-Siemens hat sich vom Bereich "Managed Learning" getrennt, dafür übernahm die Frankfurter Akcay-Schwarz Consulting GmbH als Entwickler von Managed Learning die Betreuung. Mit ihrem Schulportal und der Komplett-Lösung arbeiten inzwischen nicht nur die Unnaer Schulen, sondern auch Schulen in Köln, Bremen, München oder eine Benediktiner-Internatsschule in der Schweiz.